Am 8. Februar trat die Erste zur weitesten Auswärtsfahrt nach Kempten an. Das Ziel war es, mit mindestens einem Unentschieden den Klassenerhalt auch rechnerisch zu sichern.
Uli Bäuml holte den ersten halben Zähler des Tages an Brett 5. Er konnte mit Weiß nichts Zählbares aus der Eröffnung holen. Da auch sein Gegner nicht vorankam, war die Punkteteilung nur konsequent.
Ich machte es Uli wenig später am Spitzenbrett nach. In der Eröffnung unterschätzte ich ein gegnerisches Figurenopfer. Dadurch stand ich eigentlich glatt auf Verlust. Allerdings war die Stellung recht kompliziert und mein Widersacher verbrauchte viel Zeit, ohne die zündende Idee zu finden. So konnte ich mich noch in eine Zugwiederholung retten.
Uli Kapfer kassierte an Brett 6 unsere erste Niederlage des Tages. Er kam mit Schwarz eigentlich ordentlich aus der Eröffnung. Dann sprang ihn sein Gegner am Königsflügel mit einem Bauernsturm an. Dagegen entschied Uli sich zur kurzen Rochade, die aber direkt in den Untergang führte.
Yining konnte die Begegnung an Brett 7 wieder ausgleichen. Er spielte eine blitzsaubere Partie mit Weiß gegen die Caro-Kann-Verteidigung. Als sein Kontrahent sich einen rückständigen Bauern auf e6 geschaffen hatte, tauschte Yining thematisch die Leichtfiguren und behielt einen starken Springer gegen einen schwachen Läufer. Diesen Vorteil verwertete er erstaunlich unaufgeregt.
Peter konnte sich im Anschluss mit Schwarz an Brett 8 ein Remis erkämpfen. Gegen Ende der Eröffnung wurde er zunächst ausmanövriert. Die nächsten 20 Züge verbrachte er damit, nach Schummelmöglichkeiten zu suchen. Kurz vor der Zeitkontrolle war sein Gegner dann aber überraschenderweise in immer noch gewonnener Stellung mit einer Punkteteilung einverstanden.
Christian brachte uns in einer sehr umkämpften Partie an Brett 3 erstmals in Front. Mit Beginn des Mittelspiels wurde das Material asymmetrisch (Qualität gegen Bauer). Die Stellung war für Christian unangenehm zu spielen und er wurde folglich mit dem Rücken an die Wand gedrängt. Sein Gegner versäumte es dann aber, den Sack zuzumachen und stellte stattdessen einen Bauern ein. Plötzlich war er wieder voll in der Partie und konnte infolge eines gegnerischen Fehlers kurz nach der Zeitkontrolle sogar noch den Sieg einfahren.
Arthur sicherte uns in der zweilängsten Partie des Tages an Brett 4 den Mannschaftssieg. Die Partie war lange Zeit ungefähr im Gleichgewicht. Gewisse Schwierigkeiten kurz vor der Zeitkontrolle konnte Arthur durch einen erzwungenen Damentausch entschärfen, um dann aber durch eine schöne positionelle Idee seines Kontrahenten in große Schwierigkeiten zu geraten. Eigentlich stand er glatt auf Verlust, dann stellte sein Gegner infolge einer Fehlberechnung einfach eine Figur ein.
Vitus wehrte sich an Brett 2 in der deutlich längsten Partie des Tages lange gegen die ihm drohende Niederlage. Er war durchgehend stark unter Druck. Lediglich bei einer Gelegenheit hätte er wieder in Remisnähe kommen können, doch sah dies leider nicht. So hatte er schließlich das Nachsehen.
Damit stand ein 4,5-3,5-Sieg für uns fest. Dieser war sehr unverdient, da wir bei „normalem“ Verlauf der Partien eigentlich nur 2 Punkte verdient gehabt hätten. Aber über die zusätzlichen Punkte wollen wir uns natürlich nicht beschweren. Weiter geht es am 1. März, wenn die 2. Mannschaft aus Haunstetten zu uns kommt.
